Haussicherheit – Einbruch verhindern

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Menschen, die einen Einbruch erlebt haben, haben in vielen Fällen ein Trauma. Der Gedanke, dass ein Fremder sich mit wenigen Handgriffen Zutritt zu den persönlichsten Gegenständen verschaffen kann, belastet stark. Oft müssen die Opfer die Wohnung wechseln. Dabei lässt sich ein Einbruch verhindern, oder zumindest deutlich unwahrscheinlicher machen. Haussicherheit ist ein breit aufgestelltes Thema mit zahlreichen Facetten. Das Ziel mag dabei eventuell überraschen.

Einbruch

Die Motivation für einen Einbruch können teilweise variieren, im Prinzip geht es aber immer darum, Wertgegenstände zu stehlen. Dazu verschafft sich der Einbrecher Zutritt zu einem Haus, oder der Wohnung, während die Bewohner nicht daheim sind. So kann er in aller Ruhe nach interessantem Diebesgut suchen und es mitnehmen. Für solche Einbrüche wurden im Jahr 2020 in Deutschland 75.023 Fälle registriert. Dabei sinken die Zahlen seit 2015 laufend. Damals waren es noch 167.000 polizeilich registrierte Einbrüche. Einen Einbruch zu verhindern ist ausgesprochen schwierig. Man kann davon ausgehen, dass ein Einbrecher früher oder später in jedes Haus, oder jede Wohnung gelangt. Haussicherheit hat also nicht das Ziel, einen Einbruch zu verhindern und beispielsweise das Knacken eines Schlosses unmöglich zu machen. Es geht nur darum, es dem Täter so schwer wie möglich zu machen.

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Eine Türe lässt sich vom Profi auch ohne Schlüssel schnell und einfach knacken. Mit einem guten Sicherheitsschloss dauert der Vorgang länger

Sicherheitsschloss

Eine einfache Maßnahme ist der Einbau eines Sicherheitsschlosses. Das Schloss ist von außen für den Laien nicht zu erkennen, verbirgt aber Technik in seinem Inneren, die es einem Einbrecher schwer macht. Das klassische Lockpicking, wie es in Youtube-Tutorials leicht zu lernen ist, klappt mit solchen Schlössern nicht. Die Sicherungsstifte können nicht abgetastet werden und auch andere Vorkehrungen verhindern die klassischen Methoden, das Schloss zu öffnen. Ein Sicherheitsschloss kann einen Einbrecher also vor ein Problem stellen. Bestimmt geben viele Einbrecher auf, wenn sie erkennen, dass das Schloss gegen das Knacken gesichert ist. Andere kostet das Sicherheitsschloss nur Zeit. Allerdings ist auch Zeit ein entscheidender Faktor. Die Außenseite der Haus-, oder Wohnungstür ist normalerweise im öffentlichen Bereich. Solange der Einbrecher also vor der Tür hantiert, ist der den Blicken von Passanten, oder Nachbarn ausgesetzt. Hier kann ein Sicherheitsschloss den Einbrecher durchaus davon abhalten, den Versuch zu wagen.

Spiel auf Zeit

Wird ein normales Schloss in wenigen Sekunden geknackt, so dauert das bei einem Sicherheitsschloss deutlich länger. Auch wenn es nicht unmöglich ist, setzt sich der Einbrecher aber einer wesentlich größeren Gefahr aus, als bei einem normalen Schloss. Allerdings muss man beim Sicherheitsschloss, genauso wie bei anderen Investitionen in die Haussicherheit auf die Qualität achten. Einfache Maßnahmen können einen Profi nicht abhalten und werden sofort erkannt. Bei den Sicherheitsschlössern gibt es eine DIN-Norm, auf die man achten sollte. Da der Begriff Sicherheitsschloss nicht geschützt ist, muss man bei der Auswahl auf solche Kriterien achten. Damit kann man sicher sein, für aktuelle Standards zu bezahlen.

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Keine Barriere ist unüberwindbar, aber die einfachen Fenstergitter machen einen Einbruch zumindest viel zeitaufwändiger und damit uninteressanter für den Einbrecher

Einbruchhemmend

Bei Fenstern und Türen sind in der Europäischen Norm EN 1627:2011 die verschiedenen Widerstandsklassen gelistet. Von der Klasse RC1 N, die nur einen begrenzten Schutz gegen einfache körperliche Gewalt, wie treten, herausreißen, oder aufschieben bieten bis zur Klasse RC 6 bei der ein erfahrener Täter ganze 20 Minuten und leistungsfähiges Elektrowerkzeug braucht, werden die Elemente in Widerstandsklassen eingeteilt. Allerdings lassen sich Türen jeder Widerstandsklasse mit dem passenden Werkzeug und ausreichend Zeit öffnen. Man spricht in diesem Zusammenhang korrekterweise nicht von einbruchsicheren Elementen, sondern von einbruchhemmenden. Trotzdem lohnt sich die Investition. Besonders dann, wenn man in einer besonders einbruchgefährdeten Gegend wohnt.

Haussicherheit

Der Gedanke bei der Auswahl und dem Einsatz der Haussicherheit ist also nicht in erster Linie das Haus, oder die Wohnung gegen Eindringlinge zu schützen, sondern diesen Einbrechern das Leben schwer zu machen. Dazu gehören Bewegungsmelder, die dunkle Winkel ausleuchten und keinen Platz für Verstecke lassen. Zäune werden so gestaltet, dass die Überwindung einige Zeit in Anspruch nimmt. Fenster im Erdgeschoss werden vergittert, oder mit einbruchhemmenden Rollläden geschützt. Die Tür wird mehrfach versperrt und auch die Rückseite des Hauses wird nicht vergessen. Terassentüren und Nebeneingänge müssen genauso geschützt werden, wie der Haupteingang.

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Eine moderne Alarmanlage wird über App ferngesteuert und ermöglicht einen Zugriff von überall auf der Welt

Alarmanlage

Alarmanlagen sichern das Gebäude, oder Gebäudeteile, solange der Besitzer sich dort nicht aufhält. Sie werden aktiviert, wenn man den Bereich, oder das Gebäude verlässt und müssen wieder deaktiviert werden, wenn man zurückkehrt. Sie bestehen aus einer Alarmzentrale, an die unterschiedliche Sensoren angeschlossen sind. Das können Bewegungsmelder, Magnetkontakte und Glasbruchmelder sein. Bewegt sich jemand in einem gesicherten Bereich, löst das Alarm aus. Genauso registriert die Anlage, wenn eine mittels Magnetkontakt gesicherte Türe, oder ein Fenster geöffnet wird. Im Regelfall wird ein stiller Alarm ausgelöst, der zuerst den Besitzer informiert. Es gibt aber auch Alarmanlagen, die mit Wachdiensten, oder direkt der Polizei verbunden sind.

Fehlalarme

Allerdings sind solche Verbindungen normalerweise mit Kosten verbunden. Rückt bei jedem Fehlalarm die Polizei an, kann das schnell teuer werden. Daher sind Alarmanlagen, die zuerst den Besitzer verständigen, weit verbreitet. Aktuelle Anlagen funktionieren wie andere Smarthome-Elemente und lassen sich einfach und bequem über eine App, bzw. das Internet steuern. Damit hat man jederzeit Zugriff auf das System und kann vor dem Betreten des Hauses bereits unscharf schalten. Je nach Sensibilität der Sensoren kann es immer wieder einmal zu Fehlalarmen kommen. Sinnvoll ist daher auch, dass man Zugriff auf Kameras im Haus hat. So kann man schnell feststellen, wenn es sich um einen Fehlalarm handelt, oder tatsächlich ein Fremder im Haus ist.

Schließsysteme

Verfolgt man den Smarthome Gedanken weiter, dann eröffnen sich rund um die Haussicherheit auch noch andere Aspekte. App-gesteuerte elektronische Türschlösser erleichtern den Zutritt für die Bewohner und ermöglichen auch, einen Gast, oder einen Handwerker bei Abwesenheit ins Haus zu lassen. Außerdem kann man mit der Fernsteuerung des Lichts Abwesenheit kaschieren und es so aussehen lassen, als ob man sich durchs Haus bewegt. Bei aller Haussicherheit sollte man allerdings eine Regel niemals vergessen.

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Verdächtige Personen anzusprechen ist eine gute Methode, um abzuklären, warum sie sich so verhalten. Dabei darf man die eigene Sicherheit aber niemals vernachlässigen

Wachsam bleiben

Einbrecher wählen im Normalfall ihre Ziele nicht zufällig aus. Sie kundschaften die Gegend aus und suchen nach Häusern, die sich lohnen. Die Zielobjekte werden tagelang beobachtet und ausgekundschaftet, um den Tagesablauf der Bewohner zu verstehen und die beste Zeit für den Einbruch zu finden. Dazu müssen die Einbrecher, oder ihre Komplitzen sich eine Weile in der Gegend aufhalten. Gerade in Wohngebieten kennt man normalerweise alle Nachbarn. Fremde fallen üblicherweise schnell auf. Beobachtet man auffälliges Verhalten in der Nachbarschaft, sollte man auf jeden Fall aktiv werden. Die Kennzeichen von Fahrzeugen, die sich auffällig verhalten, werden notiert. Beobachtet man Menschen, die sich längere Zeit in der Gegend aufhalten, dann lohnt es sich, sie einmal anzusprechen und zu fragen, was sie tun. Ist die Antwort nicht stimmig, dann sollte unmittelbar die Polizei verständigt werden. Auch bei einfachem Verdacht lohnt sich ein Anruf beim Notruf. Hier bekommt man zumindest Tipps zum richten Verhalten. Im Regelfall aber wird die Polizei die Beobachtungen ernst nehmen und vermehrt Streife in der Gegend fahren.

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