Testurteil: Auto mieten von Privatleuten

Der Dienst heißt tamyca. Ausgeschrieben bedeutet das „take my car“ und sagt einem schon, was damit gemeint ist. Auf tamyca.de können Privatleute ihr Fahrzeug vermieten. Ich habe den Dienst einmal getestet. Hier ist mein Testurteil.

Der Vergleich mit Autovermietungen

Ich habe natürlich zuvor einen Vergleich gemacht. Bei gängigen Autovermietungen hätte ich mindestens 43 € pro Tag bezahlt. Bei tamyca findet man schon günstigere Fahrzeuge.

Dabei sind die Fahrzeuge ähnlich versichert wie bei den Autovermietungen. Das gute bei der klassischen Autovermietung ist, dass man auch (fast) immer ein Fahrzeug bekommt. Bei tamyca antworten einem dagegen die Anbieter, die man nur per System fragen kann, nicht. Das nervt und kostet Zeit.

Das Auto und Übernahme

Von vier angeschriebenen Fahrzeugbesitzern hat sich lediglich eine gemeldet. Nach einigen Mails haben wir uns dann geeinigt. Ein Tag VW Lupo für 30 €. Kostenersparnis: 13 €.

Das Fahrzeug wurde uns vollgetankt übergeben. Die Plattform stellt einem ein Protokoll und einen Vertrag zur Verfügung. Im Protokoll wird festgehalten:

  • Kilometerstand
  • Mängel
  • Sauberkeitszustand
  • Schlüsselübergabe
  • Fahrzeugscheinaushändigung
  • Kontrolle des Führerscheins
  • Kontrolle des Personalausweises

Stimmt alles überein, unterzeichnen die beiden Parteien den Vertrag. Ab dann kann es losgehen.

Die Rückgabe

Vor der Rückgabe muss das Fahrzeug vereinbarungsgemäß vollgetankt werden. Wir fuhren insgesamt 50 km. Der Wagen verbrauchte dabei 4,65 Liter. Zu hoch für ein solches Fahrzeug, so dass wir uns die Frage stellten, ob der Wagen tatsächlich vollgetankt übergeben wurde.

Normal dürfte der Wagen höchstens 6 Liter auf 100 km verbrauchen. Bei der Hälfte der Fahrtstrecke wären es sodann 3 Liter gewesen. Ich machte die Besitzerin auf den zu hohen Verbrauch aufmerksam und fügte hinzu, dass sie es ggf. überprüfen lassen sollte.

Hinweis: Genau schaucn, ob der Tank wirklich voll ist!

Kratzer und Rückgabezeit

Die besitzerin meinten einen Kratzer auf der Motorhaube erkannt zu haben. Wie sie den direkt fand, war ein wenig komisch.

Zudem gab sie an, dass wir ja einen Rückgabezeitpunkt um 16 Uhr vereinbart hätten. Auch das war komisch, da der Vertrag vor ihr lag, dort als Aushändigungsuhrzeit von ihr 16:32 Uhr notiert wurde und die Anmietung 24 h erfolgte.

Fazit

Letztendlich zeigte sie sich einsichtig, so dass alles gut über die Bühne ging. Der Service von tamyca war dabei sehr gut, zumal wir vorher einen kleinen Fehler in der Buchung gemacht hatten. Diesen hat man unkompliziert und direkt korrigiert.

Updated: 23. Juli 2014 — 19:41

12 Comments

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  1. Ich finde alle Dinge gut, die es ermöglichen Ressourcen zu sparen. Dieses Modell ist sicherlich eines davon. Weiter so.
    Gruss
    Jean

    1. Das Problem bei C2C-Plattformen wie tamyca ist, dass die Vermieter von Privatfahrzeugen unzuverlässig sind. D.h. sie antworten z.B. gar nicht. Das ist ein wenig nervig.

  2. Sinnvoll ist diese Seite sicherlich.

    Die zweimal, die ich ein Auto in der Großstadt brauche, wäre das sicherlich eine Überlegung wert. Aber der Aufwand, das privat zu regeln ist schon sehr groß, im Gegensatz zu den paar Euro, die man ansonsten mehr zahlen würde…

  3. Die Idee ist sicherlich gut und wird den Markt aufrütteln. Jedoch ist der Aufwand deutlich höher als bei der klassischen Autovermietung. Wer übergibt schon gerne sein eigenes Auto einer wildfremden Person? Der Aspekt des Vertrauens muss da schon sehr hoch sein und dafür müsste jeder vorherige Kratzer und jede Beule genau unter die Lupe genommen werden um Missverständnisse auszuschließen.

  4. Finde die Idee an sich schon gut, aber glaube einfach, dass es in zu vielen Fällen zu Problemen wegen Schäden oder so kommen könnte. Würde mein Auto jedenfalls nicht zur Verfügung stellen.

  5. Immer mehr Leute nutzen das Konzept – wirklich praktikabel finde ich es aber nur in Großstädten, in denen entsprechende Dienste auch wirklich die kritische Masse an Teilnehmern erreichen können. In Kleinstädten wird sich das Konzept vielleicht niemals durchsetzen.

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