Ostro X1 – Vorsicht beim Crowdfunding für Smart Watch

Bild Ostro X1 Smart Watch Crowdfunding wird immer populärer. Ob es die Finanzierung durch die Internetcrowd für Hilfsprojekte ist, das neue Unternehmen oder kreative Projekte aus Film und Musik. Die Crowd ist schnell zur schnelle und hilft gern weiter. Aber auch vorschnell und unüberlegt, wie das folgende Beispiel aus indiegogo.com zeigt.

Dort gibt ein Unternehmer namens Paul Gill an, dass er eine Smart Watch namens Ostro X1 entwickeln will. Hierfür fehlt ihm das nötige Kleingeld. Also ruft er die Crowed auf, ihm zu helfen. Im Gegensatz zum Crowdinvesting, wo Geldgeber Anteile am Unternehmen erwerben, erhält man auf indiegogo so genannte Perks. Also einen Vorteil oder ein Goodie. Im Fall von Ostro X1 erhält man die Smart Watch Ostro X1 noch vor dem offiziellen Start für 99 Pfund statt 499 Pfund usw.

Klingt verlockend, wenn man bedenkt, was die Smart Watch alles können soll:

  • Bluetooth-fähig
  • Android 4 und höher
  • Organizer und Kalender
  • SIM-Card-fähig (und damit also auch ein Telefon)
  • SMS, E-Mail, MMS
  • ….

Und das Ganze in einer Titanhülle. Wow, spannedes Projekt. Da sollte man doch dabei sein, oder? Genauso dachten auch 162 Crowdfunder und investierten bereits über 20.000 Pfund in das Projekt. Sollte man also nicht auch dabei sein?

Natürlich nicht, bevor man nicht erst seine Recherchen erstellt und dem Team einige Fragen gestellt hat.

Schaut man sich die Kampagne einmal an, fällt einem auf, dass es zwar viele bunte Bilder gibt, aber noch keinen Prototyp. Bunte Bilder kann sich jeder machen lassen, der einen halbwegs guten Designer gefunden hat. Entscheidend – unf für mich unterstützenswert – wäre es, wenn ich die Ostro X1 Smart Watch einmal live sehen könnte. Also ein Video des Prototyps. Fehlanzeige!

Der Entwickler will ein Titangehäuse verwenden, das zudem recht flach sein soll. In dieses will er SIM-Karte, Batterie und alles andere platzieren. Nun, Titan ist nicht grad ein günstig zu erwerbendes Material. Zudem will er es in verschiedenen Farben wie schwarz anbieten. Titan-Experten sagen, dass es ein recht schwieriger Prozess ist, Titan zu schwärzen.

Zur Person des Paul Gill…

Nun nehmen wir einmal den Kampagnen-Starter Paul Gill näher unter die Lupe. Eine Suche nach seinem Namen unter companycheck.co.uk offenbart, dass der gute Mann schon mehrere Unternehmen gegründet und fünf von ihnen auch wieder aufgelöst hat. Offensichtlich startet er Projekte, versucht diese zu pushen und wenn es nicht klappt, werden diese einfach aufgelöst.

So besteht auch beim Ostro X1 Projekt die Gefahr, dass die utopischen Vorstellungen des Paul Gill nicht realisierbar sind. Die Crowdfunder erhalten am Ende nichts, haben aber über 20.000 Pfund gemeinsam dem Herrn geschenkt. Ob es eine Möglichkeit gibt, an sein Geld über indiegogo wieder heranzukommen, weiß ich nicht. Leider ist es ohne Anmeldung nicht möglich, potenzielle Crowdfunder auf diese Risiken hinzuweisen.

3 Comments

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  1. Cooler Artikel! Vielen Dank für die Recherche.
    Ich bin echt sprachlos wie negativ die Leute versuchen das System auszunutzen…

  2. Ich unterstütze leider dieses Vorhaben und habe erst zu spät nach Orsto gegoogelt. Das fatale an der ganzen Sache ist, dass Indiegogo trotzdem ich einen möglichen Betrugsversuch angesprochen habe, bisher nichts tut. Auch eine Kündigung der Unterstützung (innerhalb 10 Tagen) scheint nicht vorgesehen zu sein. Im Gegenteil, Indiegogo ermöglicht diesem Paul Gill das ganze zu erweitern (PLUS Watch). Ich habe auch versucht neue Interessenten zu sensibilisieren, doch wurden alle kritischen Bemerkungen nach kürzester Zeit wahrscheinlich vom Kampagnen-Ersteller gelöscht. Da man nur 3 mal öffentlich posten kann und Gill nur Blabla privat antwortet, ist man schnell mundtot gemacht.
    So wird der eigentlich gute Gedanke des Crowdfunding unterwandert und den Betrügern Tür und Tor geöffnet…

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