Mac Windows? Windows Mac? Oder einfach beides?

Von Sven- Markus Meister

 

Wie schon versprochen, wollte ich nach dem Erhalt der Software Parallels 3.0 für Mac, einen kleine Erfahrungsbericht schreiben, wie ein Mensch der nur Windows kennt, mit Macintosh in Verbindung mit Windows so leben und umgehen kann J

Als erstes, die Software Parallels ist mit 65€ nicht gerade günstig, im Verhältnis allerdings Preiswert, wenn ich bedenke was der Nutzer mit dieser Software geboten bekommt.

Parallels ist ein Programm für Mac, welches dem User die Nutzung von Windows XP, Vista oder Linux direkt auf dem Mac, ohne reboot, in Form einer virtuellen Maschine bietet. Dies ist für Mac Neulingen doch eine feine Sache, vor allem aber auch um Software wie Office 07 oder Onlinebanking weiterhin nutzen zu können.

Die Installation unter Mac ist sehr einfach und binnen 5 Minuten kommt der Benutzer zur Installationsmaske einer VM (VM=Virtuelle Maschine).

Die Installation erfordert nun auch nicht weitere Profikenntnisse, die Angabe des Systems und des Keys ist ausreichen, danach wird die CD eingelegt und die Installation läuft von alleine durch (ähnlich VM07 von Microsoft).

Was wird denn jetzt installiert?

Antwort auf diese Frage ist, dass nicht Windows auf einer eigenen neuen Partition installiert wird, so wie jeder es normalerweise kennt, sondern in Form eines virtuellen Festplattenimages.

Dieses Image liegt auf der Macfestplatte und wird später über Parallels geöffnet (booten von Windows). Dies geschieht ebenfalls unter Mac.

Der Vorteil ist hier klar auf der Hand. Ein solches Image verbraucht wesentlich weniger Speicherplatz als eine „normale“ Windows Installation. So sind bei mir zur Zeit unter Windows 10 von 30GB Speicher verbraucht, das Image auf der Macplatte hat eine Größe von 5 GB.

Diese Speichergröße kann von Parallels komprimiert werden, bringt allerdings nur ein paar MB.

Zurück zur Installation:

Nachdem Windows installiert ist, kann der Benutzer die Oberfläche so nutzen, als hätte er ein „reales“ Windows vor sich.

Im Gegensatz zu VM 07 von Microsoft ist hier auch das erkenn von USB Geräten etc. möglich, also ohne Einschränkungen.

Zur Verknüpfung Mac und Windows VM:

Egal ob nun Mac läuft oder Windows oder gar beides. Zwischen der Macplatte und der virtuellen Festplatte unter Windows können jederzeit Daten ausgetauscht werden.

Der Benutzer hat jeweils in seiner Umgebung eine Verknüpfung, zur Windowsplatte oder zum angegebenen Macordner. Ich habe nur meinen Privaten Ordner unter Mac freigegeben und nicht die ganze Festplatte. Dies ist jedoch variable einstellbar. Der Benutzer kann auch sagen, kein System darf auf das andere zugreifen.

Die Daten sind auch unter der anderen Betriebssystem zu sehen, zu bearbeiten, zu nutzen.

Hier stehen keine Einschränkungen vor einem. Dies ist eine sehr feine Sache von Parallels.

Ressourcen:

Die Hardwareressourcen werden von beiden Systemen verbraucht. Man kann unter Parallels angeben, wie viel Ram oder Viedeospeicher die VM simulieren soll, allerdings wird dieser Speicher vom wirklichen Ram abgezogen. Somit, wie zum Schluss auch erwähnt, sollte man auf seinem Mac mindestens 1GB haben; besser sind allemal 2GB!

Zur Programmverknüpfung:

Parallels bietet einem auch die Möglichkeit, Programme von Windows unter Mac, oder Programme von Mac unter Windows auszuführen.

Um Windowsprogramme auszuführen, muss jedoch die VM laufen, was einen Nachteil mit sich bringt, dazu später mehr.

Möchte der User, so wie ich z.B. lediglich Outlook und ICQ in der Taskbar laufen haben, kann die Ansicht der VM von Vollbild oder Einzelfenster auf „Kohärenz“ gestellt werden.

Dabei wird die Windowstaskbar in Macintosh eingebunden. Dies ist mit das Beste an ganz Parallels.

Es laufen quasi Mac und Windows in einem!

Internet:

Für den Internetzugang unter Windows VM sind keine Einstellungen notwendig; die VM nutzt immer die bestehende Internetverbindung, die vom Mac bereitgestellt wird. Bei mir wird der Mac immer über eine Bluetoothverbindung über ein Nokia E90 mit dem UMTS Netz verbunden.

Die Verbindung läuft unter XP mit aber hier Vorsicht und nicht vergessen;

Sobald XP mit dem Internet verbunden ist gilt es, Anti-Virenprogramm und eine Firewall unter Windows laufen zu haben!!! Auch wenn es nur eine Virtuelle Maschine ist, ist es auch immer noch Windows! Die Mac Sicherheit wird bei dem Windowssystem nicht gestellt!

Netzwerk:

Zum einrichten eines Netzwerks über Wlan oder Lan bin ich noch nicht gekommen, wird aber, denke ich, auch nicht weiter schwer sein.

Nachteile von Parallels:

Als eine großen Nachteil der Software sehe ich es doch an, dass ziemlich viel Arbeitsspeicher verbraucht wird.

Lässt man beide Systeme gleichzeitig laufen sind gut und schnell 1,5 GB Ram voll.

Die Systemlast hält sich zwar in Grenzen, aber ein Dauerlauf des Lüfters konnte ich bislang noch nicht entgegentreten.

Ich denke auch, dass die Software ohne ein Core2Duo sich nicht lohnen würde.

Ein weiterer Nachteil auf den ersten Blick:

Verbindungsgeräte wie z.B. die Bluetooth- oder Wlankarte sind unter Windows nicht erkannt.

Unter Parallels kann diese Hardware auch nicht hinzugefügt werden. Im groben nicht schlimm, da das Internet vom Mac kommt, aber z.B. für eine Bluetoothsyncronisation zwischen Outlook und Nokia Handy doch eine Funktion, die fehlt.

Fazit:

Nach den ersten 10 Teststunden muss ich sagen, dass ich von der Software nicht enttäuscht bin und sie deshalb weiterhin nutzen werde.

Natürlich bietet Parallels noch mehr Möglichkeiten als die von mir oben genannten, aber diese gilt es erst einmal rauszufinden, nachzulesen oder zu erlernen. Meine genannten Punkte beziehen sich wohl auf die Funktionen die jeder Mac Neuling mit dieser Software auch hätte ausprobiert J

Bei Fragen und Anregungen sind Kommentare erwünscht.

Vielen Dank für das lesen.

Updated: 15. Februar 2008 — 19:27

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