[App-Test] Mit Mecca 3D mobil in der heiligen Stadt unterwegs

Ein Kollege von mir aus Bonn hat eine App entwickelt. Sie nennt sich „Mecca 3D – A Journey to Islam“ und ist – wie der Name schon erahnen lässt – eine 3D-Tour durch die heilige Stadt der Muslime Mekka.

Ich habe mir die App natürlich gleich einmal aus dem Play Store geholt, um sie mir einmal näher anzuschauen. Kostenpunkt: 3,99 €. Die App gibt es natürlich auch für das iPhone im AppStore. Klickt einfach auf das Bild links, um auf die Play Store Seite zu gelangen. Die App hat aber auch eine eigene Webseite auf Mecca3D.net.

Look & Feel

Beim Start der App hört man zunächst ein Vögelgezwitschere, welches mir positiv auffiel. Die App startet auf meinem Note 2 gleich im Querformat. Es ist gleich die Kaaba sichtbar. Es wird einem die Navigation in der 3D-Umgebung erklärt.

Man muss sich das Smartphone wie ein Gamepad vorstellen, bei dem rechts und links zwei Steuerungselemente sind. Das linke kreisrunde Steuerelement ist dazu da, sich im Raum zu bewegen. Das zweite, um sich die Umgebung näher anzuschauen. Die Beschriftung „Hold to move“ und „Hold to look“ in Kombination mit einer weiteren Grafik mittig in der Screen zeigen einem, dass man diesen Bereich des Screens drücken und dann leicht den Finger bewegen muss.

Erste Schritte im virtuellen Mekka

Die ersten Schritte fielen mir ein wenig schwer. Ich brauchte 3-4 Ansätze, um zu verstehen, wie ich mich überhaupt bewegen konnte. Die Buttonbeschriftung „Hold to move“ misleitete mich ein wenig. Ich war der Meinung, dass alleine das Halten ausreichte, um mich zu bewegen.

Mecca 3D Screenshot

Dann fing das wilde Herumgetippe und die Suche nach Hilfe an. Leider brachte das Tippen auf die Menütaste nichts. Android-Nutzer sind gewohnt, dass sich hinter dem Menü eventuelle eine Hilfestellung befindet. Hier würde es gut, wenn man man dem Nutzer vielleicht die Navigation noch einmal ausführlicher /z.B. durch ein Pop-Up Fenster) einmalig erklärt.

Irgendwie schafft man es dann doch, irgendwo hinzukommen und starrt z.B. in den Himmel. Ich fühlte mich verloren und betätigte die Back-Taste in der Hoffnung, irgendwie zum Ausgangspunkt zurückzukommen oder die App zu verlassen, um neu zu starten.

Hier muss der Kollege unbedingt das Beenden der App über die Back-Taste implementieren. Andernfalls wird die App nicht geschlossen. Ich musste jedes Mal die App manuell über einen Taskmanager beenden. Da so eine 3D-App ziemlich aufwändig ist, nimmt sie natürlich auch viel Ressourcen des Smartphones in Anspruch. Das merkt man allein daran, dass bei der Nutzung der App das Gerät schnell warm wird.

Weitere Eindrücke

Hat man den Dreh mit der Navigation heraus, erkennt man erst, wie gut und aufwändig die App ist. Es gibt auch andere Apps, die die heilige Stadt in 3D darstellen. Das kostenlose Mecca 3d (Mekkah Virtual Tour) ist z.B. so eine, die zum Vergleich herangezogen habe. In dieser App sieht man eher ein 3D-Modell wie die eines Architekten, das man nach links und rechts drehen kann. Eine Draufsicht ist nicht möglich.

Die App des Kollegen ist da um einiges komplizierter in der Entwicklung und mit dieser App nicht vergleichbar. Mit Mecca 3D – A Journey to Islam kann man sich frei im Raum bewegen, Menschen beim Gebet zusehen/zuhören, mit ihnen die Tawaf machen oder sich Informationen über die Artefakte (z.B. Makam-i Ibrahim) einholen. Aber auch hier wäre eingangs eine erläuternde Hilfestellung angebracht. D.h. wie kommt man an die Informationen. Ich habe es einmal geschafft. Das war jedoch eher ein Zufall.

Vor Jahren habe ich eine ähnliche virtuelle Tour durch Mekka in SecondLife gemacht. Damals habe ich SL gelöscht, weil es zu sehr ruckelte und der Screen hängte. Vor diesem Hintergrund muss ich den Kollegen aus Bonn echt ein Kompliment machen. Obwohl das Smartphone weniger Ressourcen anbietet, laufen die Bewegungen recht flüssig.

Wünsche

Wie mir der Kollege mitteilte, wird es noch weitere Features und Verbesserungen an der App geben. Neben den oben bereits erwähnten Wünschen wie „Beenden über Back-Taste“, „Hilfestellung bzgl. der Navigation“ etc. würde ich mir auch eine kleine „Landkarte“ oben links oder so wünschen.

Derartige Landkarten kennt man z.B. von Strategiespielen, um sich im Raum zu orientieren. Es kam nämlich vor, dass ich mich in der App bewegt habe und nicht mehr wusste, wo oben und unten ist. Oder wo die Kaaba noch einmal steht. Da wäre es ganz hilfreich, wenn z.B. links oben mittig die Kaaba ala Orientierungshilfe und man selbst als Pfeil dargestellt würde.

Ein weiterer Wunsch wäre, dass das Swipen innerhalb der App so funktioniert, wie man es auch sonst gewohnt ist. Wenn z.B. die Kaaba am linken Rand ist und ich sie eher ins Zentrum holen möchte, mache ich einen Wisch von links nach rechts. Diese Bewegung bedeutet sonst: Hol‘ mir den linke Seite in mein Blickfeld. In dieser App bedeutet der links-rechts-Wisch: Ich will weiter in Richtung rechts. So entfernt man sich eher von der Kaaba. Das könnte m.E. geändert werden.

Fazit

Die App ist sehr gut gemacht. Kein Frage. Es gehört schon viel Know-How und Können dazu, solche eine App zu entwickeln. Da ist es nur verständlich, dass sich die Macher diesen Aufwand ein wenig wieder reinholen wollen.

Als Kaufmann habe ich ihm gegenüber aber schon meine Zweifel ausgedrückt. Die App müsste einen weiteren Nutzen bieten, ein Bedürfnis befriedigen, so dass sie nicht nur einmal, sondern mehrmals genutzt wird.

In SecondLife hatte die Kollegin damals eine Führung durch Mekka für Nicht-Muslime gemacht, denen der Zutritt in die heilige Stadt nicht gestattet ist. Vielleicht könnte dahingehend weitergedacht werden.

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